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Wenn Aufgeben kein Scheitern ist

  • Autorenbild: Jakob Hysek
    Jakob Hysek
  • vor 15 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit
2 Zeichnungen, die von einem gesetzten Ziel zum erreichten Ziel führen. 
Ein Pfad ist linear, der andere geht rauf und runter, dreht sich im Kreis und steht bildlich für Anstrengung, zwischenzeitliches Scheitern und den Weg zu deinen Zielen.
Fortschritt passiert kaum linear und fühlt sich manchmal wie Scheitern an.
"Ich kündige."

Kaum ausgesprochen, überrollten mich Emotionen. Ich fühlte eine unglaubliche Erleichterung und Stolz meine Entscheidung durchgezogen zu haben.


Gleichzeitig hat es sich wie Scheitern angefühlt. 

Meine eigene Kündigung als Senior Large Enterprise Account Executive bei Europas erfolgreichster Enterprise Software-Firma überwältigte mich selbst emotional. Auf der einen Seite hat mich die Kündigung enorm befreit. Auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, gescheitert zu sein. Es fühlte sich wie eine Niederlage an.


Ich gab einen Job auf, auf den ich jahrelang hingearbeitet hatte. Mein Plan war mehrere Jahre in dieser Rolle zu arbeiten. Und trotzdem kündigte ich nach einem Jahr.


Deutet das nicht alles auf einen Punkt hin: Bin ich gescheitert?



Durchhaltevermögen ist eine Führungsqualität


In der Offiziersausbildung wurden wir ständig mit dem "Leben in der Lage" gequält. Wir wurden trainiert mit Unsicherheit umzugehen und durchzuhalten.


Du wirst einen Berg niemals bezwingen, wenn du bei der ersten Anstrengung umdrehst.

Viele von uns lernen, dass Aufgeben keine Option ist. Aufgeben wird als Niederlage, als Scheitern angesehen.


Durchhaltevermögen und Resilienz, wenn es einmal hart auf hart geht, sind die Wesenszüge nach denen es zu streben gilt, um Hürden zu bewältigen.


Aber gerade dieses starre Beharren kann uns manchmal in einer schlechten Position einsperren. Es hält uns vielleicht sogar davon ab, ehrlich zu evaluieren und gegebenenfalls eine neue Richtung einzuschlagen.


Führung heißt Verantwortung zu übernehmen. 

Verantwortung für das, was in deiner Kontrolle liegt. Das kann auch bedeuten, dass du deine Pläne evaluierst und herausfindest, dass sie nicht mehr funktionieren. Und wenn etwas nicht mehr funktioniert, machst du was?



Aufgeben kann sich wie Scheiten anfühlen, muss es aber nicht sein


Vielleicht stehst du vor der Entscheidung, eines deiner Projekte abzubrechen oder - so wie ich damals - deinen Job zu kündigen. Deine innere Stimme, dein Ego, sagt dir unter Umständen: "Wenn du aufgibst, verlierst du."


Aber solche Entscheidungen sollten nicht basierend auf der Stimme deines Egos getroffen werden. Sie sollten dein langfristiges Ziel, das deines Teams oder deiner Organisation, im Auge behalten. Manchmal brauchen wir Raum, um den Überblick wieder zu erlangen.


Ein taktischer Rückzug kann helfen, Situationen mit der notwendigen Distanz zu evaluieren und die richtige Entscheidung für den nächsten Schritt zu treffen.


Dann kommt vielleicht heraus, dass es alles andere als Aufgeben und Scheitern ist, sondern ein kluger Schachzug, um den nächsten Schritt in eine korrigierte Richtung zu setzen.



Es gibt immer 2 Seiten der Medaille


Als Führungskraft eines Teams oder als Pilot deines eigenen Lebens musst du immer eine gewisse Balance halten: Du musst selbstbewusst genug sein, um Hindernisse anzugehen und zu bewältigen, aber auch bescheiden genug, um zu wissen, wenn es Zeit für eine Kurskorrektur ist.


Aufgeben kann den zwischenzeitlichen Verlust von Fortschritt bedeuten und deine Moral und die deines Teams bremsen. Aber durchzuhalten, wenn mehr und mehr Zeichen darauf hindeuten, dass es nicht mehr der richtige Weg ist, wirft dich noch weiter zurück.


Aufgeben ist kein Scheitern - setz es in einen anderen Bezug


Ein Projekt abzubrechen oder einen Job zu kündigen muss nicht bedeuten aufzugeben oder gescheitert zu sein. Es ist eine Kurskorrektur. Stell dir die schwierigen Fragen, lass dein Ego und deine ersten aufkommenden Emotionen außen vor und finde deine Antworten. Dann triff eine neue Entscheidung und zieh sie durch.


Es geht nicht immer darum, wie lange du durchhalten kannst, sondern manchmal auch einfach darum, was der nächste beste Schritt ist, auch wenn er in eine andere Richtung gehen sollte.



Evaluiere und lösche was keinen Sinn mehr macht


Nütze dieses Wochenende und evaluiere deine letzte Woche und die folgende. Hat jedes Projekt, jedes Meeting noch wirklich einen Sinn und Mehrwert? Dienen deine Aktivitäten deinen Zielen und denen deines Teams?


Evaluiere objektiv - ohne dein Ego - und nimm dein Team mit auf den Weg. Entscheidet gemeinsam, ob ihr gewisse Aktivitäten pausiert oder ganz löscht und übernehmt Verantwortung für eure Arbeit!



Meine Entscheidung vor ein paar Jahren zu kündigen hat mich auf die steilste Lernkurve meines Lebens befördert, professionell wie privat.


Ich bin dankbar und stolz mich damals getraut zu haben die Entscheidung zu treffen, einen erfolgreichen Karriereweg zu verlassen, auch wenn es sich zu Beginn wie Scheitern angefühlt hat.



Kämpfst du gerade mit einer Entscheidung? Bist du dir nicht sicher, was dein nächster Schritt sein soll?


Ich helfe dir gerne damit. Der erste Schritt ist immer ein Kennenlernen und offenes Gespräch, ob wir zueinander passen.



In einem 15-minütigen Gespräch gehen wir auf deine Fragen ein und finden heraus, ob wir zueinander passen!


Ich freue mich von dir zu hören!

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